Workshops

1. Ratten 07- Obdachlosentheater (Andreas Abel, Gangway e.V.)

Die „Ratten 07“ wurden 1992 von Obdachlosen in Berlin gegründet und erreichten schnell einen hohen Bekanntheitsgrad.
Sie spielten  ihre Produktionen europaweit in Staattheatern, Gefängnissen, Obdachlosenheimen, auf Fachtagungen und der Straße.

Sie wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Förderpreis für Darstellende Kunst des Kunstpreises Berlin. Andreas Abel war 16 Jahre aktives Mitglied des Ensembles und arbeitet heute als Straßensozialarbeiter.

2. Sozialsport (Jiri Pacourek, Rampe e.V.)

Jiri Pacourek stellt seine Konzeption für sozialen Sport mit Wohnungslosen vor. Er ist u.a. seit 2013 Trainer des „Teams Germany“, der Wohnungslosen-Nationalmannschaft, die am jährlich stattfindenden „Homeless World Cup“, der Weltmeisterschaft für Wohnungslose im Street-Soccer teilnimmt.

"Sozialsport" - Sport- und Freizeitangebote für wohnungslose und obdachlose Menschen
Jiri Pacourek, Anstoß! e.V., Sozialer Sport Nürnberg/Rampe e.V.

3. Picture the homeless - organisierte Wohnungslose aus New York City
 (Manuel Eigmann, Gangway e.V.)

Ende des 20. Jahrhunderts befindet sich New York City in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Teil dessen ist die zunehmende Repression gegen „auf der Straße“ lebender Menschen.

Als Reaktion darauf gründen Wohnungslose im Jahr 1999 die Organisation PTH um für die Rechte wohnungsloser Menschen zu kämpfen. Bis heute werden alle Entscheidungen bei PTH von den Wohnungslosen selbst getroffen. Sie haben sich ein breites Netzwerk an Unterstützer*innen aufgebaut und organisieren u.a. Schulungen für wohnungslose Menschen z.B. im Umgang mit Presse oder öffentlichkeitswirksame Aktionen wie Hausbesetzungen.

Manuel Eigmann hat PTH mehrfach besucht und sowohl seine Bachelor- als auch Masterarbeit über soziale Kämpfe in New York City geschrieben. Er ist in Berlin als Straßensozialarbeiter tätig.

4. Grundlagen der Projektentwicklung (Tina Duarte, Ilja Kießling, Katharina Ermen-Bausch)

Ein neues Projekt startet unter meiner Leitung und ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll mit der Arbeit? Welchen Auftrag habe ich und wer hat Interesse an meiner Tätigkeit? Um wen geht es und wer ist für den Erfolg des Projektes entscheidend?

Im Rahmen dieses Workshops werden wir uns mit grundlegenden Fragen des Projektaufbaus beschäftigen. Dabei fließen Elemente des Projektmanagements mit ein und werden im Transfer auf das Projekt für Streetwork mit Erwachsenen in Potsdam als Praxisbeispiel betrachtet.

5. „Resist to exist“ (Streetwork als "Startpilot" für subkulturelle Projekte - am Beispiel
"RESIST TO EXIST FESTIVAL" (Tilman Pritzens, Gangway e.V.)

Von der 13 jährigen Entwicklung eines Berliner Punk-Festivals, das mit anfänglich starker Unterstützung durch Streetwork Schritt für Schritt in die Selbständigkeit gegangen ist (http://resisttoexist.de)

Bedeutung von Streetwork hierbei:
   - Kontaktaufnahme und Streetwork mit Punx
   - Wahrnehmung von Bedarfen
   - Sprachrohr einer ungeliebten Klientel
   - Emanzipation der AdressatInnen
   - Spezialfall Polizei
   - Beteiligungsprozesse / Freie Entfaltung / Sich Ausprobieren können und
      dürfen
   - Punx und Struktur?
   - "Sich rar machen"

Vortragsbeschreibung ( Frau Dr. Susanne Gerull):
Alibi oder Voraussetzung für eine professionelle Unterstützung?
Partizipation in der Wohnungslosenhilfe

In einer bundesweit angelegten empirischen Studie hat Susanne Gerull zum Thema Partizipation in der Wohnungslosenhilfe geforscht. Im Vortrag werden die wesentlichen Ergebnisse mit einem Fokus auf die niedrigschwelligen Angebote für wohnungslose Menschen vorgestellt.  

Hierbei wird deutlich, dass Partizipation noch lange kein Standard in der Wohnungslosenhilfe ist. Auch die Frage, was Partizipation in diesem Kontext eigentlich genau heißt, welche Ausprägungen sie haben kann und wem sie nutzt, ist im Feld noch nicht ausdiskutiert.

Der Vortrag soll erste Erkenntnisse aufzeigen und den weiteren Diskurs anregen.